Inselkoller: Ein Sylt-Krimi
Sonntag, 31. Januar 2010, 08:38
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Inselkoller: Ein Sylt-Krimi

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  • Den Protagonisten Jung, den Reinhard Pelte hier geschaffen hat, ist eine ganz besondere Art von Ermittler. Dies zeigt schon seine Stellung als Kriminalrat. Er ist anders wie die anderen Kommissare und hat seine eigene, ruhige und bedachte Art. Genau dies spiegelt sich auch in diesem Krimi wieder. Er ist in einer schnörkellosen Sprache geschrieben und hat eine Interessante Kapitelaufteilung, die sich nicht unbedingt nach den zeitlichen Entwicklungen richtet, sondern vielmehr nach den Personen die etwas in dem Fall zu tun haben.

    Der Krimi kommt ohne große Spannung aus und das deswegen, weil der Autor hier eine Geschichte erzählt, typisch Norddeutsch, ohne viel drum rum, so wie es war und man liest automatisch weiter, weil man wissen möchte wie es ausgeht. Das Ende ist dann auch die große Überraschung, man hatte zwar eine Vorahnung, allerdings ist das Ende überraschend und faszinierend zugleich.

    Am Ende freut man sich schon auf die nächsten Bände mit Kriminalrat Jung. Laut Autor sind schon Band zwei und drei fertig geschrieben und der vierte ist in Planung und soll dann der letzte sein. Man darf gespannt…
    Rating: 5 / 5

  • Reinhard Pelte ist/war Diplommeteorologe, das sollte man nicht denken, denn was er hier als Autor in seinem ersten Werk auf die Beine stellt, ist intelligent, spannend, besonders und auch sprachlich eine echte Freude.

    Die geschickt durch verschiedene Personen erzählte Story ist komplex und lebensnahe. Hier gibt es keine durchgedreht brutalen Psychopathen, oder übertrieben intelligenten Gerichtsmediziner, sondern “nur” Kommisar Jung und einen kniffligen Fall, um den Tod einer Sylter Immobilienmaklerin. Mir hat dabei besonders die Figur Jungs sehr gut gefallen. Sie ist gut durchdacht und hat eine erstaunliche Tiefe.

    Das Buch ist kurz gesagt eines dieser Werke, die man nur schwer weglegen kann. Denn die nicht chronologisch angeordneten Kapitel in Verbindung mit den bereits erwähnten verschiedenen Blickwinkel sorgen dafür, dass der Leser selbst zum Teil der Ermittlungen wird. Jedes Kapitel offenbart neue Details zum mysteriösen Ableben der Sylter Geschäftsfrau und fesselt einen somit an die Seiten ohne dabei auf ausgelutschte “Cliff-Hanger”-Taktiken zurück greifen zu müssen.

    Das Ende (Epilog) ist dann eines meiner ganz persönlichen Highlights, doch lesen Sie selbst…
    Rating: 5 / 5

  • P. Joens sagt:

    Ich bekam das Buch von einer Kollegin zum Geburtstag. Tat mich zunächst schwer mit dem Buch anzufangen und war daher sehr überrascht, wie gut ich mich im Buch zurechtfand. Für mich als echtem Fischkopf (für Nicht-Kenner: Fischköppe sind die Norddeutschen Küstenbewohner) waren dann allein schon die vorkommenden Ortschaften interessant, da sie alle in der Nähe sind.

    Die Story selbst hat einen schönen roten Faden, versteckten Humor und zeigt mal ein anderes Bild der Flensburger Polizei. Zum Ende dachte ich zunächst die Auflösung des Falles fehlt. Der Autor beschreibt aber gut, so dass sich zum Ende alles aufklärt und man sich doch ein wenig wundert. Ein Fall den man sich durchaus in wirklichkeit vorstellen kann.

    Viel Spass beim lesen!
    Rating: 5 / 5

  • Wenn man die vielen so genannten Sylt-Krimis liest, die praktisch im Wochenrhythmus erscheinen, dann könnte man glauben, dass auf der Insel Verhältnisse herrschen wie in Chicago. Das ist natürlich nicht so, aber auf der Insel tummeln sich Menschen, die kein durch und durch uninteressantes Leben führen, und eine reiche Immobilienmaklerin und ein Polo-Spieler eignen sich für eine Krimi-Handlung natürlich besser als ein Briefträger oder ein Bankangestellter.

    Reinhard Pelte legt hier sein Erstlingswerk vor. Der Held ist ein etwas schrulliger Kriminalbeamter namens Jung. Angeblich hat er zwei weitere Romane mit diesem Helden schon fertig und findet sich damit in Gesellschaft von Gisa Pauly, z. B. Tod im Dünengras: Ein Sylt-Krimi oder Sandra Dünschede, z. B. Nordmord, die ja auch kleine Serien verfasst haben.

    Irgendwie ist es ja auch interessant, wenn man die Helden schon kennt, ein bisschen mit ihnen zusammenwächst, ja gewissermaßen mit ihnen lebt. Bei Frau Pauly ist das Mama Carlotta, bei Frau Dünschede ist es Tom Meisner und hier nun also der Kriminaler Jung.

    Für ein Erstlingswerk ist das Buch in Ordnung. Die Sprache ist gradlinig, das Lokalkolorit gut getroffen, aktuelle Ereignisse sind schlüssig eingefügt. Trotzdem wirkt die Handlung etwas dünn, insbesondere wenn man Vergleiche mit Christian von Dithfurt, z. B. Mann ohne Makel: Stachelmanns erster Fall anstellt. Der Titelheld und die Figuren sind hier plastischer geschildert. Aber Herr Pelte hat ja noch Zeit. Für den Strand oder eine Zugfahrt ist der Krimi hervorragend geeignet.
    Rating: 4 / 5

  • Katzenmama sagt:

    Der Titel und das Cover, ein Fährschiff, sowie der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Die matt gehaltene Oberfläche des Taschenbuches hat es mich immer sehr gerne in die Hand nehmen lassen. Solche streichelzarten” Oberflächen mag ich sehr!

    Ich kam sehr gut in den Lesefluss des ruhigen Krimis. Er ist in Kapitel unterteilt, deren Überschriften klar und treffend bezeichnet sind.

    Kriminalrat Tomas Jung, der Protagonist, hat erst vor kurzem ein eigenes Dezernat in Flensburg zugewiesen bekommen und soll jetzt einen nicht aufgeklärten Todesfall an einer Sylter Immobilienmaklerin untersuchen. Dabei steht nicht fest, ob es Selbstmord oder Mord war. Er stürzt sich praktisch in die Arbeit und führt so Gespräche mit den nächsten Angehörigen, der Freundin, dem Hausarzt, der Apothekerin… Dazu muss er allerdings immer auf die Insel Sylt fahren.

    Die Schreibweise erzählt sehr ausführlich und bildhaft, so dass ich mir die Handlungen, die Besprechungen, ja sogar das Wetter ganz genau vorstellen konnte. Ich war sozusagen hautnah bei den Ermittlungen dabei.

    Diese waren jetzt nicht thrillermäßig fesselnd, ich hatte jedoch immer das Gefühl, dass ich durch die Gespräche mit den Verdächtigen und Freunden, die Gedankengänge des Kommissars nachvollziehen konnte. Dadurch entwickelte sich ein regelrechter Drang, weiterzulesen.

    Die Figuren waren mir teilweise sehr sympathisch. Einzig der Sohn der ermordeten Sylter Immobilienmaklerin erschien mir sehr unnahbar. Dies war auch das einzige Kapitel, das mir vom Text her zu ausführlich und äußerst langatmig, auf die Handlung bezogen, erschien.

    Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Fußnoten, mit deren Hilfe der Autor Fremdwörter und lateinische Zitate erklärte.

    Obwohl ich den Täter schon von Anfang an vermutete, hat mich seine Vorgehensweise und das Ende des Krimis doch überrascht.

    Fazit: Ein sehr gut zu lesendes Krimi-Debut. Der Autor hat mich mit seinem Schreibstil auf seine noch folgenden Romane neugierig gemacht. Laut Prolog sind vier Erzählungen mit Kommissar Jung geplant. Band zwei und Band drei sind bereits fertig, der vierte angefangen.

    Ich werde ihn auf jeden Fall im Auge behalten.

    Ich gebe vier Sterne von fünf!

    Rating: 4 / 5



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